Projekt-Ratgeber

Projekte können nützlich und erfolgreich sein. Erfahrungen helfen.

Proben … Proben … Proben


Die Grundfrage im vorangegangenen Artikel war, warum Theater-Projekte häufig gelingen.

Eine weitere Antwort steht hier in der Überschrift.

In kaum einem anderen Projekt wird so viel und oft geprobt wie beim Theater. Die meisten Menschen meinen, dass Bühnen-Schauspieler vor allem viel Zeit mit Textlernen zubringen.

Theatertext

Wie Sie am Beispiel erkennen können, spielt das Textlernen ehrlich gesagt eine untergeordnete Rolle. Es geht viel mehr darum, die Rolle, den Charakter jedes Protagonisten (wie man im theaterdeutsch so schön sagt) herauszuarbeiten. Das wichtigste beim Theaterstück ist, was zwischen den Zeilen steht. Man hat es etwas leichter, wenn der Autor bereits ein Bild im Kopf hatte, das er notiert hat, wie im angedeuteten Beispiel.

Darüber hinaus finden sich im obigen Auszug bereits eine Menge Hinweise auf Technik, Licht, Requisiten, Kostüme. Denn dies alles gehört zur Inszenierung eines Theaterstücks.

Was hat das ganze nun mit Projekten zu tun (sofern Sie immer noch annehmen, dass ich hier vorwiegend über technisch geprägte oder IT-Projekte schreibe, bei dem Sie beruflich bedingt mitwirken)?

Das Skript kann man mit dem Teil eines Projekts vergleichen, bei dem es um die endgültige Umsetzung, also das Projektziel geht, z.B. die Betankung von PCs. Dies ist in der Regel kurz im Grobkonzept beschrieben (vergleichbar zu einer Inhaltsangabe eines Theaterstücks) und im Feinkonzept bis ins Detail ausgearbeitet. Das Feinkonzept beinhaltet also die Antworten auf folgende und noch viel mehr Fragen:

  • Wer sind die handelnden Personen in der Umsetzung?
  • Welches sind die Rahmenbedingungen?
  • Was ist alles an Technik vorausgesetzt?
  • Wo findet die Umsetzung statt?
  • Was soll wie in welcher Reihenfolge durch wen in welcher Zeit umgesetzt werden?
  • Was ist das Ziel , was der Zweck der Umsetzung?

Dies sind nur einige Fragen, die ein Feinkonzept beinhalten sollte.

Und nun zum Unterschied zwischen IT- und Theater-Projekten.

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In Theaterprojekten wird das Feinkonzept immer wieder geprobt, erst in einzelnen Auftritten, später in immer größeren Teilen, also in Szenen und Akten, am Ende als Ganzes. Während dieses Vorgangs wird immer wieder gefeilt, probiert, verbessert. Nach und nach kommen Requisiten dazu, Kostüme, Technik und so weiter.

Die endgültigen Proben sind aufgeteilt in verschiedenartige Generalproben. Da gibt es solche für die Bühne und Technik, speziell für Licht und Ton, Kostüm und Requisiten und erst am Ende die sogenannte Hauptprobe und dann die Generalprobe, auf der alles bis ins kleinste Detail so geprobt wird, wie es danach aufgeführt werden soll. Nach der Hauptprobe gibt es keine Änderungen mehr. Die Generalprobe ist also ein kompletter Auftritt und Durchlauf mit allen Details, aber ohne Publikum.

Und? Wie war das so alles bei Ihrem letzten Projekt? Wie oft und intensiv wurde geprobt? Gab es mehr als einen Pilottest?

Fazit dieses Artikels ist also, dass Sie bei Ihrem nächsten Projekt mit dran denken, dass Sie noch mehr proben könnten. Denn das ist eine der wichtigsten Voraussetzung dafür, dass der endgültige Auftritt gelingt, oder im ProjektDeutsch, dass das Ziel und der Zweck des Projekts erreicht wird.

In meinem nächsten Artikel werde ich beleuchten, warum ich bei Projekten immer wieder Ziel und Zweck unterscheide. Auch dies kann man an Theaterprojekten gut veranschaulichen.

Ihr Erhard Schrebb

2 Kommentare zu “Proben … Proben … Proben

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